"digitale Mündigkeit"

Kristian Rink mail at zimmer428.net
Mo Okt 28 11:33:46 UTC 2019


Hi alle;

Am Montag, den 28.10.2019, 12:11 +0100 schrieb Ilu:
> 
> In diesen Punkten mit digitaler (Un)Mündigkeit zu argumentieren, ist 
> eigentlich eine Beleidigung.
> 

Ja, genau das meine ich.


> 
> Das hilft aber ohnehin nur begrenzt. Kommunikation, Browser und 
> Smartphone sind die Kernprobleme und alle für die breite Masse
> ungelöst.
> 

Auch ja. Deswegen störe ich mich so an der Herangehensweise, über die
Idee "digitale Mündigkeit", "digitale Selbstverteidigung" und "Lernen"
den Endnutzer wieder einmal in die Pflicht zu nehmen für die Dinge, die
die Techies/Experten und ggfs. der Gesetzgeber zu verschulden haben. 

*Warum* kann es in 2019 immer noch sein, dass WhatsApp für Contact
Discovery die Adressbücher auf seine Server überträgt und der
Gesetzgeber im Zweifelsfall den *Nutzer* in die Pflicht/Verantwortung
nimmt, wenn er dies (schlimmstenfalls unbewußt) tut, weil er die
Tragweite dieses Handelns nicht versteht und sehr wahrscheinlich nie
verstehen wird; warum nimmt man hier nicht deutlich robuster die
Anbieter in die Pflicht und unterstellt, daß die Nutzer (siehe WhatsApp
als "empfundener Zwang") kaum Wahlmöglichkeiten haben? *Warum* gibt es
immer noch keine belastbaren Interoperabilitätsforderungen, die
Messenger zu einer ähnlichen Qualität bringen wie SMS oder das schon
genannte Telefon? 

Politische Arbeit für sinnvolle Regulierung und ggfs. Entwicklungs- und
Betriebsarbeit, um für den Endanwender auf *seinem* Kenntnis-Stand
robustere, bessere, aber dem, was er derzeit hat, funktional mindestens
gleichwertige Alternativen zu bieten, erschiene mir bedeutend
sinnvoller und wichtiger. 

Viele Grüße,
Kristian




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