Re: Wann ist es legitim, die vier Freiheiten einzuschränken?

willi uebelherr willi.uebelherr at gmx.de
Do Mär 30 19:00:26 UTC 2017


Liebe freunde,

zunaechst meinen grossen dank an Michael fuer seinen letzten beitrag, wo 
er die offene debatte und das austauschen unterschiedlicher sichtweisen 
als grundlegend fuer ein freies miteinander beschreibt. Also, keine 
angst vor differenzen und manchmal konflikten.

David Rabel hat mich in einer persoenlichen mail geruegt wegen meinem 
fuer ihn agressiven ton. Ich moechte niemand attackieren, niemand 
angreifen, sondern nur den logiken folgen, die in manchen aussagen 
hervor treten.

Wenn ihr ueber lizenzen sprecht, egal jetzt welche, dann akzeptiert ihr 
den allgemeinen ausschluss im ersten schritt. Weil ohne diesem akt ist 
keine selektive vergabe von nutzungsrechten moeglich.

Dem steht das "copyleft" gegenueber. Also von vornherein oeffentlich und 
frei. Ohne einschraenkungen. Auch fuer die verwendung fuer etwas, was 
wir selbst grundsaetzlich ablehnen.

Wir koennen einen freien raum nicht durch selektion auf uns genehme 
freie mitglieder oder anwendungen erzeugen. Wenn wir wir einen freien 
raum erreichen wollen, dann nur ueber die befreiung von allen restriktionen.

Auch wir sind meistens nutzer von etwas, was andere entstehen liessen. 
Die balance von nutzen und beitragen, nehmen und geben, ist noch nicht 
vorhanden. So koennen wir auch nicht andere dazu verpflichten, was wir 
selbst nicht leisten.

Diese eher philosophische betrachtung, die von konkreten taetigkeiten 
abstrahiert, schwingt ja immer mit. Auch seine Nicht-Existenz. Das hat 
natuerlich viel damit zu tun, in welchen umgebungen wir leben und wie 
wir unser leben materiell moeglich machen. Also unsere existenzweise.

In manchen zirkeln und gruppen wird die GPL als kommunistisch 
bezeichnet. Ruhend auf dem begriff "Comune" oder "Common" ist das 
natuerlich richtig, weil es sich an die gemeinschaft wendet und fuer die 
gemeinschaft gedacht ist. Im gegensatz zum Egoismus, wo alles der 
privaten vorteilssuche unterworfen wird.

Ich wollte damit nur anregen, dass wir uns im klaren sind, was wir 
eigentlich mit "Lizenzen" transportieren, wenn wir sie anwenden. Mit 
meinem grundprinzip: "Wissen ist immer Welterbe", geht das nicht. Und 
mit dem gedanken von freier software ist es nicht vereinbar, meines 
erachtens.

mit lieben gruessen, willi
z.zt. Asuncion, Paraguay





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