FSFE Newsletter - Mai 2012

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Di Mai 8 12:18:39 UTC 2012


= FSFE Newsletter - Mai 2012 =

[Online lesen: http://fsfe.org/news/nl/nl-201205.de.html ]


== 54 DFD Veranstaltungen und die FSFE legt EU Politikern Handschellen
an ==

Wie Sie im diesjährigen Bericht[1]lesen können, wurde der Document
Freedom Day 2012 mit 54 Veranstaltungen in 23 Ländern und in 19 Sprachen
gefeiert. Es war mit über 26 Vorträgen, über 6 Preisverleihungen für
Offene Standards, vielen anderen Veranstaltungen und beinahe 100
Presseberichten, das bisher größte DFD-Ereignis in der Geschichte. Die
FSFE hat die verschiedenen Veranstaltungen koordiniert, Preise an
mehrere Organisationen verliehen und in Deutschland über 370 Emails und
über 170 Anrufe betreffend Offenen Standards[2]an Politiker gerichtet.
Einige dieser Politiker, unterschiedlichen Parteien angehörig,
unterstützten Aktivitäten[3]vom DFD. Die FSFE verschickte auch 100
Info-Pakete[4], die auch Handschellen enthielten, an vorgeschlagene
Personen, darunter mehrere Politiker, Firmenchefs und der Papst. Die
EU-Kommissarin Neele Kroes verwendete unsere Handschellen in einer
öffentlichen Rede, was eine Menge zusätzlicher Presseberichte zur Folge
hatte[5], darunter auch das Titelblatt des „Guardian Online“. Die FSFE
ist auf weitere Berichte darüber was die Empfänger der Pakete mit den
Handschellen gemacht haben gespannt.

1. http://documentfreedom.org/news/2012/news-20120403-01.html
2. http://fsfe.org/projects/os/def.de.html
3. http://documentfreedom.org/events/events.html
4. http://documentfreedom.org/handcuffs/index.html
5. http://documentfreedom.org/news/2012/news-20120420-01.html


== 4. Mai: Der Tag gegen DRM. Ist es ihr „gutes Recht“ uns
einzuschränken? ==

Letzte Woche gab Ihr Schreiberling ein Interview über Digitale Rechte
Minderung (DRM)[6]. Es drehte sich um die Fragen, was DRM ist, warum
Unternehmen sie verwenden, warum man seinen Kunden wie einen Gegner
behandeln muss damit DRM funktioniert, und welche anderen Möglichkeiten
bestehen. Wenn man über Freie Software, DRM, Anti-Merkmale[7](Anmerkung
d. Übersetzers: Das sind Merkmale von Produkten, die absichtlich
Einschränkungen oder eine frühzeitig endende Lebensdauer des Produktes
herbeiführen.) und andere Themen diskutiert, bekommt man von
intelligenten Kritikern oft zu hören, dass es „das gute Recht“ des
Herstellers sei, seine Produkte zu kontrollieren. Warum denken so viele
Menschen so? Würden sie solche Einschränkungen auch in „der analogen
Welt“ akzeptieren? Ist es das gute Recht eines Verlags, zu verbieten,
dass der Leser das Buch laut vor liest, seinen Freunden ausleiht oder es
zu verkaufen? Viele Male schon hat Ihr Schreiberling Bücher missbraucht:
Letzte Woche verwendete er drei Stück, um sein kaputtes Sofa zu richten.
Wäre es akzeptabel, dass der Verleger oder der Autor solche
Nutzungsfälle verbieten könnte? Nehmen mehr Leute solche Einschränkungen
mit Software und Daten einfach hin? Und wenn ja, warum?  Hat die
Industrie mit dem Begriff „Digitale Rechte Verwaltung“ erfolgreich
impliziert, dass sie dieses Recht hat, und viele Menschen akzeptieren
das?

Der 4. Mai ist der Tag gegen DRM[8]. Während DRM in der Musikbranche
weitgehend besiegt wurde, ist es ein wachsendes Problem im Bereich der
eBooks. Daher ist es gut zu hören, dass aufgrund von Druck ihrer Leser,
Tor/Forge DRM bei ihren eBooks abschafft[9]. Diskutieren Sie das Thema
mit Freunden oder Kollegen. Senden Sie ihnen z.B. Richard Stallmans
Kurzgeschichte„Das Recht zu lesen“[10]und teilen Sie Ihre
Erfahrungen mit uns auföffentlichen Diskussions-Mailinglisten
<http://fsfe.org/contact/community.de.html>oder schicken Sie sie direkt
an Ihren Schreiberling[11].

6. http://blogs.fsfe.org/mk/?p=929
7. http://en.wikipedia.org/wiki/Damaged_good
8. http://dayagainstdrm.org/
9. http://www.defectivebydesign.org/tor-to-drop-drm-on-ebooks
10. https://www.gnu.org/philosophy/right-to-read.html
11. http://fsfe.org/about/kirschner/kirschner.de.html


== Freie Software – Ein Thema bei der französischen Präsidentschaftswahl
==

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy sagte, dass 15 Prozent[12]des
öffentlichen IT-Etats in Programmierung von Freier Software,
Kundenberatung und Wartung fließt. In der Zukunft wird dieser Etat um 30
Prozent pro Jahr angehoben. Er sagte weiter, dass diese Vorgehensweise
„strategisch für die Entwicklung des französischen IT-Marktes“ ist. Sein
Gegenkandidat François Hollande ist sogar der Meinung, diese
Vorgehensweise müsse noch intensiviert werden.

Daneben hat die französische Gruppe für die Verteidigung von Freier
Software (April) alle Kandidaten in den französischen
Präsidentschaftswahlen[13]nach ihrer Position zu Freier Software,
Software Patenten[14], DRM[15]und weiteren gefragt.

Es ist wichtig, Aufmerksamkeit für Freie Software bei den Politikern zu
erzeugen, und ihnen Fragen zu stellen ist ein guter Anfang. Die FSFE
sammelt alle Anstrengungen, die in dieser Richtung unternommen werden,
in unserer„Fragen Sie Ihren Kandidaten“-Kampagne[16]. Die FSFE bedankt
sich bei April[17]für ihre gute Arbeit in Frankreich und ermutigt andere
Unterstützer von Freier Software in Europa, mit ihren politischen
Vertretern in Kontakt zu treten. Wenn Sie Fragen haben, wie man solche
Aktivitäten im eigenen Bundesland, der Region oder dem
Verwaltungsbereich aufnehmen kann, dann kontaktieren Sie uns bitte. Bis
zum nächsten Monat haben wir auch die Antworten auf die Fragen der FSFE
von den politischen Parteien, die zu Landtagswahlen in zwei
Bundesländern kandidieren.

12. https://joinup.ec.europa.eu/news/sarkozy-administration-open-source-spending-grows-30-percent-annually
13. https://www.april.org/en/presidential-elections-2012-and-free-software-some-answers-some-non-answers-some-dont-answer
14. http://fsfe.org/projects/swpat/swapt.de.html
15. http://drm.info
16. http://fsfe.org/campaigns/askyourcandidates/askyourcandidates.de.html
17. http://april.org


== Der „Lock-in-Effekt“ bzw. „Anbindeeffekt“ kostet Helsinki 3,4
Millionen Euro pro Jahr? ==

Ein Bericht vom Pilotprojekt der Stadt Helsinki zur Verwendung von
OpenOffice in der öffentlichen Verwaltung wirft mehr Fragen auf als
Antworten gegeben werden. Die Stadt probierte die Freien Büro-
Anwendungen in 2011 für für zehn Monate auf Laptops im Stadtrat. Sie
bekam hohen Zuspruch von den Teilnehmern. Als das Pilotprojekt
abgeschlossen war, erstellte die Stadt einen Bericht, in dem es hieß,
dass die Kosten für eine Umstellung der gesamten städtischen
Verwaltung auf OpenOffice sehr hoch wären. Lesen Sie mehr darüber in
der Pressemitteilung[18]und wenn Sie Interesse für Details des
Projektes haben und mehr über die Schlüsse lernen wollen, die man aus
diesem Projekt ziehen kann, haben wir eine Analyse des
Berichtes[19]erstellt.

18. http://fsfe.org/news/2012/news-20120412-02.de.html
19. http://fsfe.org/news/2012/news-20120412-02.de.html


== Etwas gänzlich anderes ==

- „Ersetze ‚IT‘ durch ‚Sex‘“: 42 Minuten vor der Deadline hat unser
  Bildungs-Team[20]die Position der FSFE für eine Beratung über Schulung
  von Informations- und Kommunikationstechnik[21]am englischen Amt für
  Bildung eingereicht. Nebst anderen Punkten haben wir auch die
  Wichtigkeit von „IT-Bildung“ an Stelle von „IT- Schulung“
  hervorgehoben.
- Fellowship Interview: Server und Arbeitsstationen die mit Freier
  Software laufen und in einem IT-Dienstleistungs-Unternehmen betrieben
  werden, Freie Software seit 2001 anpreisen, Ehrenamtlich für das
  Freedroidz[22]Projekt arbeiten, und mehr: Das monatliche Interview,
  diesmal mit Bernd Wurst[23].
- Die Gemeindeverwaltung der tschechischen Gemeinde Grygov[24]verwendet
  Freie Software für nahezu alle Aufgaben, die in der öffentlichen
  Verwaltung anfallen.
- Am 31. März haben Fellows der FSFE in England eine Verbindung zwischen
  dem „Green Light Festival“ (Manchester) und dem „Chorlton Big Green
  Festival“ (Leicester) hergestellt. Dort gab es Vorträge und
  Info-Stände über Freie Software und eine Live- Verbindung, die mittels
  Freier Software Umweltschützer zusammen gebracht hat.
- Unser Web Team traf sich in Manchester für einen Web Sprint[25]. Eine
  Reihe internationaler Freiwilliger arbeiteten zusammen, um die
  Funktionen und die Infrastruktur der Website der FSFE zu verbessern.
  Bist du interessiert daran, Fehler zu beseitigen, neue Funktionen zu
  implementieren und unsere Informationen über Freie Software zu
  verbessern? Werde Teil unseres Web Teams[26]!
- Computerworld UK gab einen guten Artikel über Softwarepatente
  heraus[27].
- Eine Auswahl der FSFE Planet, der Sammlung von Blogeinträgen zur
  FSFE[28]:
  - Userscript um die FSFE zu unterstützen: Wenn Sie Geld bei Amazon
    oder libri ausgeben, können Sie jetzt ein von Hannes Hauswedell
    geschriebenes Userscript installieren[29], das 5% des Geldes an den
    Kampf FSFE für die Freiheit von Software spendet! Die Userscripte
    sind mit Chromium, Firefox und Iceweasel getestet[30].
  - Verteilte Freie Software: Thomas Jensch schrieb einen Artikel über
    wie man OwnCloud mit Hiawatha Webserver installiert[31], und Sam
    Tuke hab auch einen Blick auf die Installation eines lokalen Web-
    Entwickler-Servers[32]geworfen.
  - Andere Erlebnisse neben Wikipedia: Hannes Hauswedell vom
    PDFreaders[33]Team lebt aktuell in China und schrieb über seine
    technischen Erlebnisse mit der chinesischen Firewall[34].
  - Nachdem seine Festplatte den Geist auf gab, schrieb Patrik Willard
    über git und rsync[35]und Isabel Drost widmete ebenfalls git einen
    Blog Artikel[36].

20. http://fsfe.org/projects/education/education.de.html
21. http://blogs.fsfe.org/riepernet/?p=149
22. https://evolvis.org/plugins/mediawiki/wiki/freedroidz/index.php/Hauptseite
23. http://blogs.fsfe.org/fellowship-interviews/?p=573
24. https://joinup.ec.europa.eu/news/czech-municipality-uses-open-source-nearly-everything
25. http://fsfe.org/news/2012/news-20120402-01.de.html
26. http://fsfe.org/contribute/web/web.de.html
27. http://blogs.computerworlduk.com/open-enterprise/2012/03/open-standards-licensing-apples-key-evidence/index.htm
28. http://planet.fsfe.org
29. http://wiki.fsfe.org/SupportPrograms
30. http://blogs.fsfe.org/h2/userscripts/
31. http://blogs.fsfe.org/riepernet/?p=155
32. http://blogs.fsfe.org/samtuke/?p=359
33. http://pdfreaders.org
34. http://blogs.fsfe.org/h2/2012/04/20/an-inside-view-on-the-great-chinese-firewall/
35. http://blog.padowi.se/2012/04/22/2012w16/
36. http://blog.isabel-drost.de/index.php/archives/377/second-steps-with-git


== Werde aktiv: „FRAND is FRAUD“ – Beteilige dich an der Beratung
im Vereinigten Königreich ==

In England ist man sehr beschäftigt. Nebst der Beratung über Bildung
(siehe oben) hält die Regierung vom Vereinigten Königreich eine weitere
Ausschreibung ab, die bis zum 4. Juni dauern wird. Dabei geht es darum,
welche Art von Patentlizenzen ein Offener Standard[37]benötigen sollte.
Die FSFE und ihre Schwester-Organisation, die FSF, haben ein gemeinsames
Manifesto[38]darüber veröffentlicht, in dem erklärt wird, warum die
FRAND-Bedingungen für Offene Standards eine Diskriminierung gegen Freie
Software sind (Stammlesern fällt vielleicht auf, dass das eine
fortlaufende Debatte ist). Weiter empfehlen wir der englischen
Regierung, Softwarepatente abzuschaffen um Schaden an der Wirtschaft von
England vorzubeugen. Auch haben wir die Firmen und Organisationen die
mit Freier Software zu tun haben, sowie Fellows aus England, über die
Ausschreibung informiert, haben Antworten auf einige der Fragen[39]der
Umfrage vorbereitet, haben ein Gipfeltreffen von Experten über Offene
Standards[40]abgehalten und eine weitere gemeinsames
Erklärung[41]zusammen mit anderen Offenen Standard-Gruppen
veröffentlicht.

Es gibt eine Website, auf der erklärt wird, wie man bei der Beratung
mitmachen kann[42]. Bitte nehmen Sie die Gelegenheit wahr um die
Notwendigkeit von kostenlosen Lizenzen für Offene Standards zu
unterstützen.

37. http://fsfe.org/project/os/def.de.html
38. http://fsfe.org/news/2012/news-20120426-01.de.html
39. http://fsfe.org/projects/os/uk-standards-consultation.de.html
40. http://fsfe.org/news/2012/news-20120425-02.de.html
41. https://fsfe.org/news/2012/news-20120425-01.html
42. http://consultation.cabinetoffice.gov.uk/openstandards/how-to-respond

Danke n alle Fellows und Spender die unsere Arbeit ermöglichen
Matthias Kirschner– FSFE

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