"Freie Software" und freies Wissen im Selbstversuch - was: Re: freie Software, Feminismus und Donna Haraway

Henry Jensen hjensen at gmx.de
Di Jul 17 09:17:22 UTC 2012


Hallo Björn,

On Tue, 17 Jul 2012 09:51:48 +0200
Björn Schießle <schiessle at fsfe.org> wrote:

> - die Wahl des Begriffs spielt eine große Rolle.

Ich stimme zu. Sollten wir aber deswegen diejenigen ablehnenn bzw.
maßregeln, die den Begriff "Open Source" verwenden?


> - es gibt verschiedene Strömungen in unserer Community die
>   unterschiedliche Aspekte von freier Software betonen.

Aus der gnu-linux-libre Liste:

On 31/08/11 08:02, Richard Stallman wrote:

> You seem to have got my meaning 180 degrees wrong.  I did not say they
> are the same -- quite the contrary, I said they are "two different
> political viewpoints".
>
> I could have said "opposing political viewpoints", but I was trying
> to be gentle about it, following your advice.
>
> Sometimes I say they are "political parties", because free software
> and open source are analogous to political parties that disagree on
> basic issues.
[...]
> The main point we try to communicate people is "Insist on freedom in
> your software".  The open source camp rejects that.  They outnumber
> us; everyone in our community has heard their views.  And everyone in
> our community tends to assume we share those views.  And they will
> keep assuming this until we stand in front of them and shout:
>
>    NO we do NOT agree with the "open source" views you have heard!!!
>    This is something DIFFERENT -- VERY DEEPLY different!!!


Nach diesem Standpunkt der FSF gibt es also ein "Open Source Camp",
welches etwas vollkommen anderes will als das "Free Software Camp".

Verstehst Du? Es ist ein Unterschied, ob ich sage, es handele sich um
zwei Begriffe für das selbe mit Betonung auf unterschiedliche Aspekte,
oder ob ich sage, das "Open Source Lager" will etwas ganz anderes, und
ihnen somit gegensätzliche Absichten unterstelle.

> Was ich in meinem Artikel transportieren wollte ist, dass man das heute
> nicht (mehr) an den verwendeten Begriffen festmachen kann. 

Richtig. Es gibt "Open Source" Anhänger, die jegliche Art von
proprietärer Software ablehnen, aber auch "Free Software" Aktivisten,
die sagen "auf dem Client finde ich proprietäre Software nicht so
schlimm" - solche Aussagen kenne ich z. B. aus der OpenBSD-Ecke.

> Auch kann man die Motivation der Leute nicht anhand des von
> ihnen verwendeten Begriffs fest machen.

Ich stimme zu. Aber genau diese Tendenz gibt es in der FSF.

Im übrigen gibt es diese Diskussion nur innerhalb der Community (also
FSF, Debian, OSI, etc.). Wenn ein Neueinsteiger freie Software kennen
lernt ist mir persönlich egal, wie er sie nennt oder unter welchem
Namen er darauf gestoßen ist. Man muss die Leute ja dort abholen wo sie
sind. Das erreicht man nicht, wenn man sie gleich mit der Diskussion Open
Source vs. Freie Software konfrontiert, oder gar mit DFSG vs. FSDG.

Gruß,

Henry




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