Elopocalypse: Warum der Nokia-Microsoft-Deal ein herber Rückschlag für freie Software i.a. ist

Bernhard Reiter reiter at fsfeurope.org
Do Feb 17 13:59:36 UTC 2011


Am Donnerstag, 17. Februar 2011 11:53:53 schrieb olafBuddenhagen at gmx.net:
> Klar wäre eine gemeinsame Infrastruktur wünschenswert. Ich finde es ja
> auch schade, dass mit Android ein größtenteils neuerfundenes (und
> entsprechend grottiges) System Verbreitung gefunden hat. Während das für
> Leute wie uns ein erhebliches Ärgernis ist, halte ich es aber für keinen
> allzu großen Rückschlag für freie Software im Allgemeinen.

Es gibt da zwei oder drei Schadwirkungen, welche erheblich sein könnten:
a) Andere Unternehmen und Strategen halten den MeeGo Fehlschlag für einen 
   Beleg dafür, dass eine Freie Software Strategie hier nicht funktioniert.
   (Und übersehen, dass Nokia entscheidende Fehler gemacht hat.)
b) Vernünftige Telefone und Wettbewerb mit Freier Software 
   ist in weitere Ferne gerückt. 
c) Mit Pech wird Qt in den Strudel gezogen. (Es könnte auch für Qt gut sein. 
   Qt ist ein sehr guter Rahmen für Software Entwicklung. (Ich verdiene mein 
   Geld mit u.A. Qt.))

> > Alberto Mardegan, ein Nokia- Entwickler, schreibt: "MeeGo is ready,
> > it's not an R&D project"
>
> Sorry, aber ich glaube diese Einschätzung ist Realitätsfern. MeeGo mag
> grundlegend funktionsfähig sein, aber es ist noch bei Weitem nicht
> ausgereift.

Es gibt bereits erfolgreiche Produkte auf MeeGo-Basis am Markt, 
z.B.  http://www.aminocom.com/what-we-offer/hybridott/ (TV Settop Boxen).
Insofern war schon MeeGo 1.0 einsetzbar und keine Forschung mehr.

"Ausgereift" ist ein schwer fassbarer Reifezustand, es kommt immer darauf an, 
wofür. Für Smartphones war MeeGo 1.1 noch nicht einsetzbar, aber schon sehr 
nahe dran. Android selbst ist auch in zwei Jahren wirklich groß geworden, 
Intel, AMD und Nokia hätten genug Kraft, MeeGo in der Zeit und schneller an 
den Start zu bekommen.

Gruß,
Bernhard

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